Wie viel Anzahlung solltest du verlangen?
Wann eine Anzahlung sinnvoll ist, wie viel üblich ist und wie du sie schriftlich regelst.
Eine Anzahlung schützt dich vor einem Kunden, der absagt, nachdem du Material bestellt oder einen Termin für ihn freigehalten hast. Sie zeigt außerdem, dass der Kunde es ernst meint. Wer aber zu viel im Voraus verlangt, schreckt gute Kunden ab. So findest du das richtige Maß und hältst es sauber fest.
Wofür eine Anzahlung da ist
Eine Anzahlung sollte ein echtes Risiko abdecken und nicht einfach nur Geld in die Kasse bringen. Typische Gründe:
- Material, das speziell bestellt wird, vor allem Maßanfertigungen wie Fenster, Möbel, Küchenarbeitsplatten oder besondere Fliesen, die sich nicht zurückgeben lassen.
- Ein reservierter Termin in der Hochsaison, für den du andere Anfragen absagst, etwa bei Hochzeiten, Events oder Fotoshootings.
- Planungs- und Designarbeit, die vor dem eigentlichen Auftrag anfällt.
- Vorleistungen wie Gerüst, Container oder Gerätemiete.
Bei kleinen Reparaturen ohne Materialbestellung brauchst du meist keine Anzahlung. Dort ist es einfacher, direkt nach dem Einsatz abzurechnen und eine Quittung oder Rechnung auszustellen.
Was in der Praxis üblich ist
Feste Prozentsätze gibt das Gesetz für die meisten Aufträge nicht vor, die Höhe ist Vereinbarungssache. In der Praxis haben sich einige Muster etabliert:
- Dienstleistungen mit Terminreservierung wie Fotografen, DJs, Visagisten oder Caterer verlangen häufig 20 bis 30 % oder einen festen Betrag.
- Kreative Projekte wie Webdesign oder Grafikdesign arbeiten oft mit 30 bis 50 % zum Start und dem Rest bei Abschluss.
- Maßanfertigungen orientieren sich am Materialwert, den du vorstrecken müsstest.
- Handwerk und Bau setzen eher auf Abschlagszahlungen nach Baufortschritt als auf eine hohe Vorauszahlung.
Abschlagszahlungen bei größeren Aufträgen
Bei Renovierungen, Dächern, Bädern und anderen Projekten über mehrere Wochen ist ein Zahlungsplan besser als eine große Anzahlung. In Deutschland können Unternehmer bei Werkverträgen Abschlagszahlungen für bereits erbrachte Leistungen verlangen. Ein typischer Plan: ein Abschlag bei Auftrag für bestelltes Material, einer nach der Rohinstallation und der Rest nach der Abnahme. Für Bauverträge mit Verbrauchern gelten besondere Regeln, deshalb lohnt es sich, die aktuellen Vorgaben mit einer Beratung zu prüfen. Wie das im Angebot aussieht, zeigen die Vorlagen für die Badsanierung und die Heizung.
Was eine höhere oder niedrigere Anzahlung rechtfertigt
- Sonderanfertigung: Je mehr du vorab bestellen musst, desto mehr spricht für eine Anzahlung.
- Dauer des Auftrags: Lange Projekte brauchen einen Zahlungsplan, nicht eine einzelne große Zahlung.
- Art des Kunden: Stammkunden und Firmen mit festen Zahlungszielen brauchen oft keine.
- Deine Liquidität: Wenn du Material nicht vorstrecken kannst, plane den Zahlungsplan danach.
Die Anzahlung schriftlich festhalten
Ärger entsteht, wenn die Anzahlung unklar geregelt ist. Halte im Angebot fest:
- Höhe der Anzahlung und wofür sie verwendet wird.
- Wann sie fällig ist und wie sie bezahlt wird.
- Ob und unter welchen Bedingungen sie bei einer Absage zurückgezahlt wird.
- Dass sie auf den Endpreis angerechnet wird.
- Den weiteren Zahlungsplan.
Im Angebotsgenerator stellst du den Prozentsatz der Anzahlung ein, und das PDF zeigt Anzahlung und Restbetrag automatisch an. Die Bedingungen trägst du im Feld für die Bedingungen ein.
Für jede Anzahlung eine Quittung
Wenn der Kunde zahlt, gib ihm eine Quittung mit Betrag, Bezug auf das Angebot, Gesamtpreis und offenem Rest. Das schützt beide Seiten, falls später Fragen auftauchen. Mit dem Quittungsgenerator geht das in einer Minute, und aus einem Angebot machst du mit einem Klick eine Quittung. Was eine gute Quittung enthält, steht im Ratgeber Quittung schreiben.
Wenn der Kunde zögert
Manche Kunden zögern, weil sie von Anbietern gehört haben, die nach der Anzahlung nicht mehr auftauchten. Statt auf die Anzahlung zu verzichten, schaff Vertrauen: Nenne deine Firmendaten und Referenzen, erkläre genau, wofür das Geld verwendet wird, und bestelle das Material erst nach Zahlungseingang. Ein Satz wie „Die Anzahlung deckt die Fenster, die nach Ihren Maßen gefertigt werden“ überzeugt mehr als ein nackter Prozentsatz. Manchmal ist auch ein Kompromiss fair: eine kleinere Anzahlung plus ein zusätzlicher Abschlag nach dem ersten Bauabschnitt.
Häufige Fragen
Muss ich die Anzahlung zurückzahlen, wenn der Kunde absagt?
Das hängt von der Vereinbarung und vom Einzelfall ab. Bereits entstandene Kosten können oft verrechnet werden. Halte die Regel im Angebot fest und lass dich bei Streit beraten.
Wird die Anzahlung versteuert?
Anzahlungen können umsatzsteuerlich bereits beim Zufluss relevant sein. Frag deine Steuerberatung, wie du sie in deiner Buchhaltung behandelst.
Wie hoch ist eine übliche Anzahlung?
Bei Terminreservierungen häufig 20 bis 30 %, bei Kreativprojekten oft bis zur Hälfte. Bei Bauaufträgen sind Abschläge nach Baufortschritt üblicher als eine hohe Vorauszahlung.